Reiseführer Lago Maggiore - Orta und die Insel San Giulio
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Der interessanteste Ort am Lago d'Orta ist Orta (1.400 Einw.) mit seinem Sacro Monte und der Insel San Giulio. Orta liegt auf einer lang gestreckten Halbinsel, die weit in den See hineinreicht. Unmittelbar davor liegt die Insel San Giulio.
Der Ort ist autofrei, die Besucher müssen außerhalb auf grossen Parkplätzen parken. Von dort geht man hinunter und über Kieselsteinpflaster durch enge Gässchen mit hohen barocken Häusern mit oft sehr schönen Innenhöfen und Säulengängen.
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Foto: Schmidt-Branden, Berlin
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Plötzlich öffnet sich der grosse zentrale Platz, der Piazza Mario Motta. Am Rande dieses beeindruckenden Platzensembles aus dem 16. Jahrhundert steht der freistehende Palazzo della Communità, das ehemalige Rathaus, ein Renaissancebau von 1583 mit offenem Laubengang und verblassten Wandmalereien an den Außenmauern. Umgeben ist der Platz von zahlreichen Gasthöfen, Restaurants und Cafés.
Zum Westen hin ist der Piazza Mario Motta zum See hin offen und bietet einen der schönsten Ausblicke auf die Insel San Giulio und das gegenüberliegende Ufer des Sees. Hier starten die Boote zur gegenüberliegenden Insel San Giulio.
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Die kleine Insel San Giulio ist fast vollständig bebaut, sie ist das religiöse Herz des Cusio-Gebietes und war schon immer Ziel für Reisende in den Süden und für Wallfahrer.
Beherrscht wird die Inselsilhouette von dem ehemaligen Bischofspalast, der heute als Priesterseminar dient. Die Basilica di San Giulio soll auf den Griechen Julius zurückgehen, der die Insel im 4. Jahrhundert von Drachen und Schlangen befreit haben soll. In der Krypta ruht Julius mit einer Goldmaske in einem gläsernen Sarg.
Die Kirche ist in ihrer heutigen Form eine romanische Basilika mit recht üppiger barocker Ausstattung.
Vor der Altarschranke steht eine prächtige romanische Kanzel aus schwarzem Marmor aus dem 11. Jahrhundert. Dieses in ganz Norditalien einzigartige Zeugnis romanischer Kunst ist reich mit Reliefs verziert: Kämpfende Fabeltiere, Adler, Heiligenfiguren usw.
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Der Sacro Monte (Heiliger Berg) von Orta ist ein bedeutendes Zeugnis des lokalen Kunstschaffens und ist nur vergleichbar mit dem Sacro Monte von Varese und dem Sacro Monte von Varallo.
Der Sacro Monte nimmt einen Teil der die Halbinsel von Orta von Osten abschliessenden Hügelkette ein und liegt in seiner mittleren Höhe ca. 400 m über dem Meeresspiegel und ca. 100 m über dem Seespiegel und dem Zentrum des Orts.
Der Bau der Kapellen und des Klosters begann 1590/91 in Anwesenheit des Fürstbischofs von Novara und bis zum späten 17. Jahrhundert war der Bau nahezu sämtlicher Kapellen fertiggestellt. Insgesamt besteht der Sacro Monte aus 20 Kapellen, hinzu kommt das ebenfalls zum Ende des 16. Jahrhunderts erstellte Kapuzinerkloster und die zeitgleich umgebaute Nikolauskirche. Im ganzen atmet der Sacro Monte Renaissancecharakter, auch wenn einzelne Kapellen eher zurückhaltend Formen des Barock übernehmen. Der Sacro Monte ist reich an beeindruckenden Skulpturen und einer beachtenswerten Freskenmalerei, die sich stark an franziskanischen Themen orientieren.
Der Zauber des Sacro Monte geht auch von der Natur aus, die Kapellen fügen sich harmonisch in den umgebenden Wald ein und an mehreren Stellen gibt es Aussichtspunkte von einmaliger Schönheit über den See und die vorgelagerte Insel San Giulio.
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